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NABU/CEWE/Eleonore Swierczyna
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Bau eines Wildbienenhotels und Fehler, die man unbedingt vermeiden sollte!

Nisthilfen für Wildbienen und andere Hautflügler

Sie möchten Ihren Garten oder Balkon naturnah gestalten und Insekten einen Lebensraum bieten? Dann wäre ein Wildbienenhotel genau das Richtige. Hier finden Sie ein paar Tipps, worauf Sie achten sollten.

Eine Gehörnte Mauerbiene an einem Niststängel aus Staudenknöterich. - Foto: NABU/Helge May

Eine Gehörnte Mauerbiene an einem Niststängel aus Staudenknöterich. - Foto: NABU/Helge May

Wildbienen und andere Hautflügler bauen ihr Nest in Hohlräumen von alten Pflanzenstängeln, Trockenmauern oder Totholz, aber auch in verlassenen Schneckenhäusern und im Boden. Allerdings werden die natürlichen Nistmöglichkeiten immer seltener und so haben die Insekten teilweise große Probleme noch einen geeigneten Ort für ihr Nest zu finden. Hier können wir Menschen ihnen helfen, indem wir ihnen offene Bodenstellen und künstliche Nisthilfen, wie Wildbienenhotels, zur Verfügung stellen. Wildbienenhotels können im Garten oder auf dem Balkon aufgehängt oder aufgestellt werden und den Wildbienen so die Suche nach einem Nistplatz erleichtern. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ein Wildbienenhotel selber bauen können.

 

Ein paar Tipps vorweg, damit der Bau des Wildbienenhotels gelingt:

  • Das Wildbienenhotel sollte sich an einem sonnigen Platz befinden, aber witterungsgeschützt sein, zum Beispiel durch ein kleines Vordach
  • Verwenden Sie keine Glas- oder Plastikröhrchen, durch die man den Nistvorgang beobachten kann. Diese verpilzen, da sie luftundurchlässig sind und dadurch stirbt die Brut ab.
  • Verwenden Sie abgelagertes Holz. Wenn Sie Löcher zur Besiedelung ins Holz bohren, achten Sie auf genügend Abstand. Sitzen die Bohrungen zu dicht beieinander, kommt es zu Rissen im Holz, die von den Wildbienen gemieden werden. Außerdem sollten Sie immer quer zu den Jahresringen bohren, also in die Rindenseite und nicht in die Schnittflächen, da es an den Schnittflächen leichter zur Rissbildung kommt.Aus einem Holzblock:
So sollte es nicht aussehen: Werden die Löcher nicht quer zu den Jahresringen gebohrt, bilden sich Risse. - Foto: Helge May

So sollte es nicht aussehen: Werden die Löcher nicht quer zu den Jahresringen gebohrt, bilden sich Risse. - Foto: Helge May

Verwenden Sie einen beliebig großen Holzblock aus Hartholz. Am besten eignet sich Esche, aber auch Buche, Eiche oder Holz von Obstbäumen sind gutes Material. Sie sollten auf keinen Fall Nadelholz verwenden, da die Hölzer harzen und den Wildbienen so die Flügel verklebt werden, wenn sie in die Röhren krabbeln.
Bohren Sie nun Löcher quer zu den Jahresringen in das Holz, achten Sie dabei auf genügend Abstand. Die Löcher sollten etwa 15 cm tief und nach hinten abgeschlossen sein. Außerdem sollten die Löcher etwa einen Durchmesser von 3 bis 8 mm haben, sodass verschiedene Wildbienenarten hier nisten können. Mit zwei Alulaschen kann das Wildbienenhotel an der Hauswand befestigt werden.

 

Aus Pflanzenstängeln:

Nisthilfe für Wildbienen - Foto: NABU/Lara Mignat

Nisthilfe für Wildbienen - Foto: NABU/Lara Mignat

Wildbienen nutzen auch gerne Pflanzenstängel. Zum Verbauen eignen sich Stängel von Holunder, Brombeere oder Sommerflieder. Aber auch hohle Stängel, wie Bambusrohre und getrocknete Schilfhalme nehmen viele Wildbienen gerne an. Die Stängel können in einem Holzhäuschen, einem Ziegel oder einer alten Blechdose gebündelt und waagerecht aufgehängt werden. Daneben können Sie noch 50 cm lange getrocknete Brombeer- oder Holunderstängel senkrecht gebündelt aufstellen, da sich viele Wildbienenarten an vertikalen Strukturen orientieren. An senkrechten Stängeln finden Wildbienen einen Brutplatz, die sich selbstständig einen Hohlraum in das Mark fressen. Für sie können auch einfach die verblühten Stauden nach dem Sommer bis zum nächsten Frühjahr stehengelassen werden.


BITTE VERMEIDEN - Fehler beim Bau eines Insektenhotels

Tannenzapfen / Kiefernzapfen sonstige Zapfen

Zapfen, egal welche, ob es Tannenzapfen, Kiefernzapfen, Fichtenzapfen o.ä.

Insekten suchen Unterschlupf, ist aber für den Bau des Insektenhotels nicht geeignet.

Verwendung von Stroh

Die Einzigen, die bei der Verwendung von Stroh einen Nutzen haben sind die Ohrenkneifer.

Wir bauen  dann also Nisthilfen für Wildbienen  in die direkte Nachbarschaft die den gesammelten Pollen von Bienen wieder klauen.

Deshalb: Weg damit!

Anm.: Ohrenkneifer sind Nützlinge! Strohballen aber besser in großem Abstand zum Bienenhotel!

Bohrlöcher ins Hirnholz

Was ist Hirnholz?

Nicht  von oben oder unten in die Jahresringe hineinbohren.

 Wenn man  in die Jahresringe – also ins Hirnholz – bohrt gefährdet man die Wildbienen-Brut massiv. Wird auf diese Weise gebohrt dann fängt das Holz sehr schnell an zu reissen und sobald Risse im Holz sind können Parasiten, Pilze, Feuchtigkeit etc. in die Brutkammern einziehen und die Larven töten !

Dies bitte auf keinen Fall ! Auch Hartholz, das in die Jahresringe gebohrt wird, reisst.

Bohrlöcher in Nadelholz

 Nadelholz ist zu weich und die Löcher sind nicht sauber. Sobald die Bienen rückwärts hinein krabbeln bleiben die zarten Flügel hängen und verletzen sich. Das sichere Todesurteil für eine Biene und ihre Brut.

Wird Nadelholz nass, dann quillt das Holz auf und die gesamte Brut verfault! Bohrungen NUR in Hartholz, welches trocken und abgelagert ist.

Unsaubere oder zerfranste Bohrlöcher

Bohrlöcher, aber auch die Kanten von Bambus- oder Schilfröhren müssen IMMER absolut sauber sein. Kein Splitter sollte überstehen.

Die Wildbienen  klettern mit dem Kopf voraus in ihre Nisthöhle. Dort würgen sie den Nektar hervor. Anschließend krabbeln sie rückwärts aus der Röhre heraus, drehen sich um 180° Grad und gehen rückwärts wieder hinein, um den Pollen abzustreifen.

Die zarten und empfindlichen Flügel  können verletzt werden. Dadurch wird die Biene und  ihre Brut leider zum Tode verurteilt, weil sie dann nicht mehr fliegen kann.

Bohrlöcher in der falschen Größe

Ja, es gibt Wildbienen in sehr unterschiedlichen Größen. Von sehr klein (2mm Durchmesser) bis  8-9mm Durchmesser.   Also immer darauf achten, dass die Nisthilfen auch passend für unsere Gäste sind.

Standort

 Regengeschützter Standort ist wichtig. Der Regen sollte  nicht direkt auf den Eingang der Nisthilfen fallen. Optimal ist ein Standort mit viel Sonne am Morgen (also mit Süd-Ost Ausrichtung), damit morgens früh das Hotel  aufgewärmt wird Aber auch nicht flach auf den Boden stellen damit das Hotel nicht überschwemmt wird !

Insektenhotel im Winter draussen lassen

 Das Insektenhotel muss ganzjährig draußen stehen! Wird die Brut ins warme gebracht entstehen Frühlingsgefühle und die Larven können schlüpfen. Dies ist dann natürlich viel zu früh und weder die Temperatur noch das Nahrungsangebot sind passend. Die Wildbienen brauchen diese Temperaturen und die Larven haben keinerlei Problem mit Kälte. Die Geschlüpften Wildbienen finden sich mit Temperaturen wie sie hier vorherrschen am Besten zurecht.

Falsche oder gar keine Nahrung

Auf das passende Nahrungsangebot in der Nähe des Hotels achten.  Bienen- und insektenfreundliche Pflanzen gibt es viele, z.B. Glockenblumen, Malven, einfach die ganzen heimischen Pflanzen sind das Beste für die Bienen.

Vogelschutz

Vögel fressen gern die Insektenlarven, durch das Hacken werden Brutröhren bzw. das Holz zerstört.

Um dies zu verhindern, sollte man über den Nisthilfen in ca. 15 cm Abstand ein engmaschiges Gitter anbringen, durch dass die Wildbienen und Co. noch gut hindurchfliegen können (z. B. Maschenweite 2 cm).

 

Das Gitter sollte nicht direkt anliegen, weil dann manche Eingänge für die Wildbienen blockiert sind.

Brutstätte Stängel und Steinmauern

Es gibt Wildbienenarten, die in aufrecht stehenden toten Stängel brüten und deren Larven dort überwintern, z. B. in Stängeln von Brombeeren, Disteln, Malven, Königkerzen, Sonnenhut etc.
Wenn man diese Stängel (z. B. im Herbst) entfernt und häckselt oder kompostiert, sterben die Larven.

Stängel dieser Art werden besonders gern angenommen.

Manche Wildbienenarten bauen ihre Nester in den Zwischenräumen von Steinmauern. Die Zwischenwände nicht mit Mörtel, Beton etc. verfugen.

Bodenbrüter

Etwa 2/3 bis 75 % aller einheimischen Wildbienen brüten im Boden. Für diese kann man eine ca. 1 m tiefe Grube in möglichst (voll)sonniger Lage anlegen, die man mit Sand füllt. Wenn man Ton-/Lehmboden hat, kommt ganz unten auf den Boden der Grube eine Drainage zur Entwässerung, z. B. Ziegelschutt. Die Sandoberfläche sollte etwas höher liegen als die Umgebung, damit die Grube bei Starkregen nicht unter Wasser steht. Ideal ist es auchSchotter, Ziegelschutt usw. Sehr gut auch unter einem Überstand als Regenschutz.

 

Wege und Terrassen sollte man auf Sand statt auf Kies anlegen, dann schafft man dort Brutplätze für Wildbienen, Schlupfwespen u. weitere Nützlinge.

Lochziegel

Die Löcher von normalen Lochziegeln sind mit über 1 cm viel zu groß für Wildbienen. Auch sind die Löcher hinten offen, also völlig ungeeignet. Auch eckige Löcher werden nicht genommen!

Pestizide oder Insektizide im Garten

 

Pestizide, und natürlich vor allem Insektizide haben im Garten nichts zu suchen! Man schädigt damit nützliche Insekten und andere Tiere.
Auch „Bio“-Insektizide wie z. B. Pyrethrum u. Neem können bei falscher Anwendung nützliche Insekten töten.

 

Manche Fungizide enthalten Kupfer. Dieses Metall reichert sich mit der Zeit im Boden an und wirkt in höheren Dosen giftig auf Insekten und Bodentiere (z. B. Regenwürmer).
Auch manche Herbizide wie Glyphosat verringern die Population von einigen Tiergruppen, die auf dem oder im Boden leben.
Am besten auf Nützlinge im Garten setzen, das Gleichgewicht in der Natur stellt sich selbst ein!

Kurze Bohrlöcher

Der vorderste Teil der Brutzelle ist blind, also wird nicht genutzt. Dann kommen die  Brutzellen für Männchen und im hinteren Teil des Nistganges kommen die Brutzellen für Weibchen.  Die Nistgänge sollten mindestens 10x so tief wie breit sein. Also bei einem 4mm Bohrer dann mindestens 4cm tief. Im Prinzip reicht es im Normalfall den Bohrer komplett im Holz zu versenken.

Ein idealer Aufbau eines Insektenhotels

Marcus Bosch
Marcus Bosch

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Bienenpflanzen sähen, im Garten, oder im Kübel auf dem Balkon oder Terrasse

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