Feuersalamander-Phänomen am Ursenbach

Foto: A.Stark
Foto: A.Stark

Feuersalamander im Kraichgau

Autofahrer bitte aufgepasst!

Fotos: Günther Rasig, Feuersalamander zwischen  Hoffenheim und Daisbach

 Der Feuersalamander gilt als „Besonders geschützt“ und darf nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Bestandsgefährdungen entstehen in der Hauptsache durch Eingriffe in Larvengewässer wie Entwässerung oder Fremdstoffeinträge und ihre Verbauung sowie durch häufiges Befahren von Wegen und Straßen am Waldrand und in den Wäldern. Die langsame Fortbewegungsweise der Tiere und die Unachtsamkeit vieler Autofahrer lassen den Feuersalamander örtlich zu einem häufigen Verkehrsopfer werden. So auch auf den Gemarkungen von Sinsheim und den umliegenden Gemeinden wie zwischen Hoffenheim und Daisbach (und zwischen Neckarbischofsheim und Hasselbach.) Dort befinden sich während der Wanderungen der Lurche Straßensperrungen in der Zeit von 19-7 Uhr. Freiwillige aus  Hoffenheim und Daisbach sowie der NABU Sinsheim und BUND Daisbach haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Sperrungen gemeinsam mit der Stadt Sinsheim zu überwachen und die Autofahrer, wenn möglich, aufzuklären.  

Ein Porträt des Feuersalamanders (jeder sieht anders aus, so verschieden wie Fingerabdrücke) findet man unten

 (A.Hoffmann, März 2018)


Lurchi, der Feuersalamander

Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist in feuchten Laubmischwäldern mit klaren Quellbächen und Kleingewässern in den Hügel- und Bergregionen von Süd- und Mitteleuropa zuhause. Er hat etliche lokale Namen und je nach Region nennt man ihn auch Erdmolch, Regenmolch, Gelber Schneider oder Regenmännchen. Obwohl er mit einer Größe von bis zu 20 cm und seinen leuchtend gelben Punkten und Linien auf schwarzer glatter Haut sehr auffällig aussieht, ist sein Vorkommen durch seine versteckte Lebensweise vielerorts noch unentdeckt.  Er versteckt sich tagsüber unter Steinen, Nischen, Höhlen oder Baumwurzeln und Totholz. Der Vertreter der Schwanzlurche ist vorwiegend nachtaktiv und kommt in der Dämmerung zur Nahrungssuche heraus. Er ernährt sich von kleinen bis mittelgroßen Schnecken, Käfern und Asseln und Wasserlarven. 

 

Feuersalamander können in der Wildnis bis zu 20 Jahre alt werden. Ihre Geschlechtsreife erlangen sie mit zwei bis vier Jahren. Nach der Paarung trägt das weibliche Tier etwa acht bis neun Monate lang die Embryonen aus. Wenn im Frühling die Temperaturen und die Luftfeuchte steigen, verlassen die trächtigen Weibchen ihr Winterquartier und wandern nachts zu den nahegelegenen Gewässern.  Dort setzt es die kiementragenden Larven in ihren Eihüllen im stilleren Uferbereich ab. Die Eihüllen platzen bei der Geburt auf, die Larven werden in das Wasser entlassen; der Feuersalamander ist somit lebendgebärend. Dieser Vorgang kann mehrere Tage in Anspruch nehmen.

 

Gegen Fressfeinde und Hautparasiten wehrt sich der Feuersalamander durch sein giftiges Sekret, welches er durch die Ohrendrüsen bei Gefahr absondert. Das Sekret führt bei Berührung zu leichtem Brennen, kann allerdings bei empfindlichen Personen zu stärkeren Reaktionen führen.
 (A.Hoffmann, März 2018)