Mauersegler Führung am 18.07. in der Gartenstadt

 

 

Bevölkerung um Hilfe zum Anbringen von Nistkästen für Mauersegler gebeten

 

 

 

Jedes Jahr begleiten sie uns mit ihren schrillen Rufen durch die Sommermonate: die Mauersegler, die eleganten Akrobaten der Lüfte. Wenn wir Anfang Mai ein lautes „srieh-srieh“ hören und hoch am Himmel pfeilschnelle Sicheln fliegen sehen, dann..... wissen wir, der Sommer ist nahe. Der Mauersegler ist aus Afrika nach langer Reise bei uns ankommen. In fröhlich rufenden Flugtrupps begleiten uns die Segler mit ihren Rufen und ihren eindrucksvollen Flugkünsten durch die drei Sommermonate, bevor sie Anfang August wieder in den Süden ziehen.

 

Die Vögel aus der Familie der Segler werden häufig mit den Schwalben verwechselt, sind tatsächlich aber noch nicht mal mit Ihnen verwandt. Mit bis zu 200km/h gehören die Mauersegler, neben den Wanderfalken, zu den schnellsten Vögeln. Könnten sie im Flug noch brüten, würden sie wohl ihr ganzes Leben keinen Fuß auf den „Boden“ setzen. Die Mauersegler sind an das Leben in der Luft perfekt angepasst und verbringen selbst die Nacht im Halbschlaf in großen Höhen. Sie ernähren sich ausschließlich von Insekten, die sie aus der Luft fangen.

 

Mauersegler brüten in geselligen Kolonien und sind sehr standorttreu. Seit Jahrhunderten nisten sie in Mitteleuropa in Nischen von hohen Gebäuden wie Kirchtürmen, älteren Wohnhäusern und Industriebauten. Ihr wissenschaftlicher Name „Apus apus“, der Fußlose, weist auf die sehr kurzen „Beine“ aber krallenbewehrten Füße hin, mit denen sie sich bestens an senkrechten Wänden und Dächern von Gebäuden festhalten können. Allerdings gibt es durch den zunehmenden Abriss alter Gebäude, Gebäudesanierungen und moderner Fassadendämmung, immer weniger Brutmöglichkeiten für die Vögel. Ein Grund für den starken Rückgang ihres Bestandes, der gefährdet ist.

 

Umso erfreulicher sind von daher die sichtbaren Erfolge in der Bestandsicherung und -vermehrung der Mauersegler, durch die in Sinsheim eingerichteten Artenschutztürme. In 2013/14 wurden Umspannungs- bzw. Trafotürme des Energieversorungsunternehmen EnBW so umgestaltet, dass sie Rückzugs- und Nistmöglichkeiten für gefährdete Tierarten bieten. In einem gemeinschaftlichen Projekt von NABU, EnBW und der Stadt Sinsheim bauten die Schüler der Friedrich-Hecker und Max Weber Schulen Nisthilfen u.a. für die Mauersegler. Am Artenschutzturm in der Friedrich Ebertstrasse in der Sinsheimer Gartenstadt, hat dies zu einem deutlichen Anwachsen der dortigen Mauersegler Population geführt.

 

Bis zu 20 Vögel und mehr ziehen schon jetzt im Juni diesen Jahres, in laut rufenden Kunstflugformationen um die Häuser der Gartenstadt. Alle 6 Kästen mit jeweils 3 Nistlöchern, neben den alten Brutplätzen sind am Artenschutzturm voll belegt, so dass Wohnungsnot herrscht.

 

Der NABU Sinsheim ruft die Bürger und Bürgerinnen von daher zum Mitmachen beim Artenschutz der Mauersegler auf. Zum einen können Sie bestehende Mauerseglerkolonien melden, um so weitere Brutplätze zu erfassen. Zum anderen berät der NABU Hausbesitzer, die an ihrem Gebäude Nistmöglichkeiten für diese eleganten Flieger anbringen wollen. Wer mehr rund um den Vogel und seine Lebensweise live und hautnah erfahren will, ist herzlich zu einer Führung am 18.07. um 19 Uhr eingeladen. Treffpunkt ist der Artenschutzturm in der Friedrich Ebert Strasse 48 in der Sinsheimer Gartenstadt. Dort kann man die Vögel in den frühen Abendstunden gut beim An- und Einflug beobachten. Anja Hoffmann vom NABU Sinsheim wird hierbei weiter Interessantes aus dem Leben der Mausersegler berichten. Bei schlechtem Regenwetter wird der Termin verschoben und rechtzeitig bekannt gegeben. Weitere Information und Beratung unter 07216-7284770.

 

 

 


Mehr Platz für Mauersegler

Rechtzeitig vor Rückkehr der Mauersegler hängte unser Kletterfachmann Steffen  in schwindelerregenden Höhen weitere Kästen für sie auf. Im letzten Jahr waren die vorhandenen Kästen gut belegt und so hoffen wir auf eine Vergrößerung der Kolonie. (08.04.2018)